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Foto: Sam, Fotolia.com
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Tier des Monats im Februar 2010:
Der Beagle

Hunde begleiten den Menschen schon seit Jahrtausenden und der Mensch nutzt sie für verschiedenste Zwecke: als »Wach-«, »Hüte-«, »Jagd-« und »Polizeihund«, als Helfer behinderter Menschen und in Katastrophenfällen, als Freund und Gefährte, im »Hundesport« und in manchen Kulturen auch als Nahrung. Jedes Jahr landen außerdem in Deutschland mehrere Tausend Hunde im Tierversuch - häufig werden Beagles oder Mischlinge aus Beagles und anderen Hunden verwendet. Um aufzuzeigen, welche Experimente vorgenommen werden und welche anderen Möglichkeiten es gibt, hat der Bundesverband Menschen für Tierrechte den Beagle als Tier des Monats Februar gewählt.

 Abstammung des Hundes

Der »Haushund« soll auf eine wilde Stammform zurückzuführen sein, die vom Wolf abstammt. Einige Wissenschaftler vermuten, dass sich der Hund vor langer Zeit selbst domestiziert haben könnte, weil sich das Zusammenleben mit dem Menschen als vorteilhaft erwiesen habe. Vielleicht schlussfolgerte man das aus der Beobachtung von als urtümlich geltenden Hunderassen z. B. in Afrika, wo sich wild lebende Hunde lose dem Menschen angeschlossen haben und toleriert werden, weil sie sich von den Abfällen ernähren.

 Sinnesorgane

Hunde hören im Frequenzbereich von bis zu 40.000 Hertz. Deshalb hören sie Hundepfeifen, die vom Menschen nicht wahrgenommen werden, weil dieser lediglich in einem Bereich von 16.000 bis 20.000 Hertz hört. Die Kommunikation erfolgt außer durch Mimik, Körpersprache und stimmliche Äußerungen auch mit den Augen. Eine Fixierung entspricht einer Drohgebärde. Daher reagieren einige Hunde aggressiv oder ängstlich, wenn man ihnen länger in die Augen schaut. Der Geruchssinn ist von der Anzahl der Riechzellen abhängig: Beim Hund liegen etwa 125 bis 230 Millionen vor. Der Mensch soll etwa fünf Millionen Riechzellen besitzen. Seine Körpertemperatur reguliert der Hund im Wesentlichen durch Hecheln, da Schweißdrüsen nur im Bereich der Pfoten vorhanden sind.

 Verhalten

Hunde sind Rudeltiere. Im Rudel herrscht eine klare Rangordnung. Es gibt einen männlichen und einen weiblichen Wolf, die an der Spitze stehen und bestimmen, wann z. B. gejagt oder geruht wird. Nur die beiden ranghöchsten Tiere dürfen sich fortpflanzen. Eine solche Rangordnung hat eine große Bedeutung. Wenn geklärt ist, wer »das Sagen« und welches Tier welche Position hat, kommt es nicht zu Konflikten. Dadurch entstehen Frieden und Sicherheit für die Rudelmitglieder.

Für das Hund-Mensch-Rudel heißt dies, dass Hunde sich am wohlsten fühlen, wenn ihre Rolle in der Familie bzw. im Zusammenleben mit Menschen geklärt und stabil ist und wenn sie möglichst viel mit ihrem Rudel - also »ihren« Menschen - zusammen sein können.

 Der Beagle

Der Name »Beagle« ist möglicherweise auf das altenglische Wort »begle«, dem keltischen »beag« oder dem französischen »beigh« zurückzuführen, die allesamt »klein« bedeuten. Der Beagle ist als kleiner »Begleit- und Jagdhund« gezüchtet worden. Er wurde ursprünglich in England als lauffreudiger »Meutehund« speziell bei der selbstständigen Treibjagd auf Feldhasen und Wildkaninchen eingesetzt. Da Beagles Jahrhunderte hindurch gezüchtet wurden, um sie in der Meute zu halten und zum Jagen einzusetzen, fühlen sie sich besonders wohl, wenn sie nicht als Einzelhund gehalten werden. Beagles sind bewegungsfreudig, erkunden gern Neues und brauchen viel Auslauf. Sie neigen aber dazu, ihr Jagdverhalten auszuleben. Seine positiven Eigenschaften und sein freundliches Wesen haben dazu geführt, dass er von Menschen als »Laborhund« missbraucht wird.

 Hilfe für »Laborbeagles«

Es gibt seit einiger Zeit Vereine, die Beagles aus Laboren an Hundehalter vermitteln. Dabei sind die Tiere je nach ihrem Einsatz im Labor ein bis zwölf Jahre alt, wenn sie vermittelt werden, die meisten sind zwischen zwei und sechs Jahre alt.

Im Vergleich zu einem normal sozialisierten Tier hat der »Laborbeagle« zunächst einmal häufig Angst, da er während seines Lebens im Labor weder mit vielen Menschen, Kindern, Autos, anderen Tieren (außer Hunden) noch sonst irgendetwas in Berührung gekommen ist, was ein »normales« Zusammenleben von Mensch und Hund ausmacht. »Versuchshunde« kennen keine Wohnungshaltung und keine Spaziergänge. Manche sind zunächst nicht stubenrein.

Zwar ist es wunderschön, einem ehemaligen »Versuchstier« ein neues und hundegerechtes Leben zu ermöglichen. Für die Labore ist dies jedoch vor allem eine kostengünstige Möglichkeit, die Tiere loszuwerden. Alle Kosten, die der Hund in seinem künftigen Leben verursacht, trägt der neue Halter. Zumindest in finanzieller Hinsicht müssten sich die Verursacher - also die Versuchslabore - beteiligen. Dies ist bislang jedoch nicht geregelt.

 Die Zucht von Beagles für Tierversuche

Weibliche Beagles werden als Gebärmaschinen ausgenutzt: Jede Hündin bekommt ein bis zwei »Würfe pro Jahr, und dies bis ins hohe Alter. Selbst professionelle Hundezüchter im Verband für das Deutsche Hundewesen nutzen ihre »Zuchthündinnen« weniger aus, da deren Richtlinien eine Altersbegrenzung sowie eine Begrenzung in der Zahl der Würfe vorschreiben. Die Tierschutz-Hundeverordnung mir Mindestangaben für Zwingergröße, Zahl der Betreuungspersonen etc. gilt auch für die Zucht und Haltung von »Versuchshunden«. Abweichungen davon sind zulässig, wenn sie für den Versuchszweck »unerlässlich« sind. Dies muss nachgewiesen werden.

 Tierversuchsstatistik

Weil sie duldsam und robust und als »Meutehunde« vor allem so verträglich gegenüber Artgenossen sind, werden reinrassige Beagles, aber auch Beagle-Mischlinge, bevorzugt in Tierversuchen mit Hunden eingesetzt.

Der Zahl der in Deutschland in Tierversuchen verwendeten Hunde beträgt etwa 4.500 pro Jahr mit Schwankungen nach oben und unten. Die Hunde stammen sowohl aus deutschen Zuchteinrichtungen als auch von solchen aus EU-Ländern oder dem nichteuropäischen Ausland.

In erster Linie werden die Hunde in toxikologischen Untersuchungen und anderen Sicherheitsüberprüfungen eingesetzt, aber auch bei der Erforschung und Entwicklung von Medizinprodukten. In der Grundlagenforschung werden Hunde u. a. in der Herz-Kreislauf-Forschung und auch in zahnmedizinischen Versuchen eingesetzt.

Der Anteil der verwendeten Hunde in toxikologischen Versuchen, also zur Überprüfung der potenziellen Giftigkeit von Substanzen, ist seit Jahren nahezu konstant und liegt bei etwa 2.000 Hunden pro Jahr.

Ausführliche Informationen zur Tierversuchsstatistik mit Hunden

 Toxikologische Tests an Hunden

Die Prüfung auf toxische, also giftige, Eigenschaften von Produkten und Stoffen ist gesetzlich vorgeschrieben. So müssen Substanzen u. a. auf ihre orale Toxizität geprüft werden, indem die Schädlichkeit bei einmaliger (akuter) und bei längerer (chronischer) Gabe untersucht wird. Bei letztgenannter Methode erhält das Tier 90 Tage (subchronisch) oder sechs bis zwölf Monate (chronisch) lang die Testsubstanz.

Diese Prüfungen müssen sowohl an Nagetieren (Maus oder Ratte) als auch an einem »Nicht-Nager« durchgeführt werden. Hier wird meist der Hund und bevorzugt die Rasse Beagle eingesetzt.

In Abhängigkeit von der Giftigkeit der Prüfsubstanz sind die Schmerzen und Leiden bei diesen Tests für die Hunde als gering bis hochgradig einzustufen. An der Schwere der Leiden und Schäden, welche bei Tieren zu vorzeitigem Sterben führen, dürfte es keinen Zweifel geben. Letztlich wird mit der Tötung allen Tieren der größtmögliche Schaden zugefügt.

Die Ergebnisse aus solchen Tierversuchen sind hinsichtlich der Übertragbarkeit auf den Menschen höchst zweifelhaft.

 Der Hund als »Versuchstier« in der Parodontologie

Die Parodontitis, also die Entzündung des Zahnfleisches mit Zerstörung des Zahnhalteapparates, ist als plaquebedingte, bakterielle Mischinfektion die Hauptursache für Zahnverlust im Erwachsenenalter. Wissenschaftler forschen an Therapiemöglichkeiten, um das Fortschreiten der Erkrankung des Zahnhalteapparates zu verhindern. Hierfür werden oft Hunde, vor allem Beagles und Foxhounds, eingesetzt. Bei den Versuchen werden jungen Hunden Löcher in die Kiefer gebohrt und das gewünschte Implantat eingesetzt. Unter großen Schmerzen durch hochgradige Entzündungen und Wundheilungsstörungen müssen die Hunde ihr Dasein fristen, bis sie nach Versuchsende getötet werden. Die Ergebnisse dieser Art Versuche mit Hunden sind nicht auf den Menschen übertragbar. Denn die Abläufe beim Kauvorgang des Hundes sind vollkommen anders als die des Menschen, was eine Übertragbarkeit auf den Menschen fragwürdig macht. Das Kiefergelenk des Hundes ist ein reines Scharniergelenk und erlaubt, angepasst an die Ernährungsweise als Beutetierfresser, nur Auf- und Ab-Bewegungen und keine Mahlbewegungen. Die Speichelzusammensetzung des Hundes, der Säurewert sowie die Menge des Speichels unterscheiden sich ebenfalls vom Menschen, Eine weitere Abweichung besteht in der Mundhygiene.

 Tierversuchsersatzverfahren

Für einige toxikologische Versuche gibt es mittlerweile Ersatzverfahren, von denen manche bereits wissenschaftlich anerkannt (validiert), aber noch nicht einem behördlichen Anerkennungsverfahren unterzogen worden sind.

Im Rahmen verschiedener Giftigkeitsprüfungen von Chemikalien können mittlerweile für bestimmte Fragestellungen Rinderspermien verwendet werden. Allerdings hat dieser Test nur eine begrenzte Aussagekraft und kann daher nur in Kombination mit anderen In-vitro-Tests verwendet werden.

Aerogene Substanzen - also Stoffe in der Luft - lassen sich mittlerweile an Zellen der körpereigenen Abwehr im Atmungstrakt des Menschen testen, die z. B. bei der Entfernung von Nasenpolypen gewonnen werden.

Zur Bestimmung der akuten Toxizität (LD50-Test) könnte auch ein Hefe-Test durchgeführt werden. Man macht sich hier zunutze, dass das Zellwachstum von Bier- oder Bäckerhefe durch Zugabe giftiger Substanzen gehemmt wird. Nach Testdurchführung zählt man die (überlebenden) Zellen aus.

 Statement des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte zu Tierversuchen

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte lehnt Tierversuche aus ethischen, medizinischen und methodischen Gründen ab
Ausführliche Begründung dieses Standpunkts

 Gesamter ausführlicher Text zum Tier des Monats im Februar 2010: Der Beagle

Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Diese Seite generiert am 10. März 2010
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