Sie befinden sich hier: Home >> Themen-Center >> Gentechnik >> Xenotransplantation
Themen-Center
Wahlen
Tierversuche
Landwirtschaft
Ernährung
Gentechnik
Klonen
Recht & Gesetz
Stadttauben
Zoo & Zirkus
Wildtiere
Pelztiere
Haustiere

Die fünf zuletzt besuchten Seiten:
> Xenotransplantation
> Xenotransplantation
> Xenotransplantation
> Mastgeflügel, Qualzucht und Strafbarkeit
> »tierrechte« Februar 2003

 

Einfach eMail Adresse eingeben und auf den Pfeil klicken. Falls Sie ein bestehendes Abo kündigen möchten, klicken Sie bitte hier: [>]

 

Einfach Stichwort eingeben und auf den Pfeil klicken. Eine erweiterte Suchfunktion finden Sie hier: [>]

/themen/gentechnik/title
Rubrik
Bereich
Xenotransplantation

Seite 4: Argumente pro und contra

pro
Um den Mangel an menschlichen Organen zu beheben, ist der Einsatz von tierischen Organen legitim.

contra
Selbst bei abgemilderter akuter Abstoßungsreaktion werden die Tierorgane aufgrund der chronischen Abstoßung nicht besonders lange funktionieren und müssen dann möglichst durch ein menschliches Organ ausgetauscht werden. Die Zahl der auf ein Organ wartenden Menschen wird insgesamt gesehen also nicht sinken und die Mangelsituation daher nicht entschärft werden. Diese Einschätzung ist auch dem Bericht zur Technikfolgenabschätzung der Xenotransplantation vom Schweizerischen Wissenschaftsrat zu entnehmen (s. Literatur).

Statt in die Forschung zur Xenotransplantation zu investieren, sollten präventive Maßnahmen verstärkt werden, denn die Mehrheit der Organtransplantationen könnte bei entsprechender Lebensweise (z. B. eingeschränkter Konsum von Fleisch, Alkohol und Tabak) vermieden werden. Außerdem sollte mehr in Programme zur Förderung der Organspendebereitschaft sowie in die Entwicklung von Kunstorganen mechanischer oder zellbiologischer Art investiert werden.

pro
Zum Einsatz von Schweinen als xenogene Nutztiere äußert sich Prof. Claus Hammer vom Institut für chirurgische Forschung in München wie folgt:

»Solange keine vom Aussterben bedrohten Tierarten verwendet werden, sondern nur Haustiere, die sonst zum Verzehr bestimmt sind, dürften von tierschützerischer Seite keine Einwände bestehen« (6).


contra
Selbst wenn unsere Gesellschaft mehrheitlich Tiere zu Ernährungszwecken nutzt, ist es doch aus ethischer Sicht problematisch, sie auf die Ebene eines Ersatzteillagers zu reduzieren. Die Haltung der Schweine ist außerdem alles andere als tiergerecht, da sie unter weitgehend sterilen Bedingungen stattfindet. Dies bedeutet z. B. Entbindung per Kaiserschnitt und dauernde Haltung in von der Außenwelt isolierten, einstreu-losen Räumen. Haltung im Freiland oder mit Weideauslauf ist dabei nicht möglich, um die Übertragung von Krankheitserregern aus der Umwelt zu verhindern. Außerdem sterben Tausende Tiere in Experimenten, die in der Xeno-Forschung vorgenommen werden. So werden die Organe der transgenen Schweine in Affen, meist Paviane, verpflanzt. Zum Teil sind diese Tiere gezüchtet, zum Teil stammen sie aber auch aus »Wildfängen«. Nachdem sie das Organ eines Schweines erhalten haben, bekommen die Affen hohe Dosen immunsuppressiver Medikamente, damit die Schweine-Organe auch bei ihnen nicht sofort abgestoßen werden. Zum Teil sterben die Paviane schon an den Nebenwirkungen dieser Medikamente oder an Organversagen durch die Abstoßungsreaktion. In jedem Fall sind diese Versuche für die Affen extrem belastend und verursachen unendliches Tierleid.

 Quellen

(1) vgl. Niemann, H.: Transgene Tiere in Landwirtschaft und Medizin, Hrsg.: Lohner, Sinemus, Gassen, Villingen-Schwenningen, 1997
(2) ALTEX 15, 1/98, S. 35
(3) Süddeutsche Zeitung, 22.08.2000
(4) vgl. Transplantation Proceedings, 29, S. 899 (1997)
(5) Animal Organs for Humans, GeneWatch Briefing No 19, Juni 2002
(6) Hammer, C.: Tierorgane als Transplantate für Menschen, in: Tierversuche im Dienste der Medizin, Pabst Science Publishers, Lengerich 1995



 Literatur und Links

Michael Müller: Moralische Probleme der Xenotransplantation, Studienarbeit (2006): http://www.xenotransplantation.net
Silke Schicktanz: Organlieferant Tier? - Medizin- und tierethische Probleme der Xenotransplantation, Campus Verlag GmbH Frankfurt/Main 2002
Technikfolgenabschätzung Xenotransplantation, TA-Bericht 30/1998 des Schweizerischen Wissenschaftsrates im Auftrag des Bundesrates und des Parlamentes der Schweiz, Bern 1998
Zelluläre Xenotransplantation, TA-Bericht 39/2001 des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung beim Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat, Bern 2001
Animal-to-Human-Transplants - the ethics of xenotransplantation, Nuffield Council on Bioethics, London 1996



Autorin: Marion Selig
Stand: Februar 2005

Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Diese Seite generiert am 3. September 2010
impressum
kontakt
sitemap
suchen