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Unter Xenotransplantation versteht man die Übertragung von lebenden Zellen, Geweben oder Organen von Tieren auf Menschen. Durch die Übertragung von Organen von Tieren soll der Mangel an menschlichen Spenderorganen behoben werden. Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde mehrfach versucht, Tierorgane in Menschen zu verpflanzen. Doch die sofort einsetzende, sogenannte hyperakute Abstoßungsreaktion des menschlichen Körpers führte fast immer zum Tod nach Stunden bis Tagen. Nur einzelne Patienten überlebten mehrere Wochen.
Seit einigen Jahren versucht man, menschliche Gene in das Erbgut von Tieren einzufügen, damit auf der Oberfläche der Tierorgane menschliche Proteine gebildet werden. Wissenschaftler bezeichnen diese Methode als »partielle Humanisierung«. Das Immunsystem des Organempfängers soll das Tierorgan als weniger fremd erkennen. Dadurch hofft man, die hyperakute Abstoßung abzumildern. Eine weitere Methode besteht darin, bei den Tieren bestimmte Gene »auszuschalten«, und damit die Bildung von Eiweißen zu unterdrücken, die bei der Abstoßungsreaktion eine zentrale Rolle spielen. Trotzdem müssten die Empfänger von Tierorganen - genauso wie bislang auch die Empfänger von menschlichen Organen - lebenslang Medikamente nehmen, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva).
Bei der Forschung an transgenen Tieren für die Xenotransplantation konzentriert man sich vor allem auf Schweine. Deren Organe sind von der Größe und den Proportionen her den menschlichen Organen ähnlich. Weiterhin wird die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern geringer eingeschätzt als z. B. beim Einsatz der Organe von Affen. Denn Affen sind mit dem Menschen stammesgeschichtlich sehr eng verwandt, weshalb es besonders leicht möglich ist, dass Krankheitserreger übertragen werden. Doch diese Gefahr besteht auch bei Schweinen. In der klinischen Praxis werden zwar schon seit Jahren tierische Gewebe wie z. B. Herzklappen von Schweinen übertragen, ohne dass dadurch Erkrankungen bei Menschen ausgelöst wurden. Allerdings handelt es sich dabei um leblose tierische Zellen, die zuvor chemisch behandelt wurden, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Die »Erfolgsquote« bei der Erzeugung transgener Schweine ist nach wir vor sehr gering und liegt bei 0,3 % bis 4% (1).
Der Begriff »Spendertier« ist bei der Xenotransplantation nicht angebracht, da es sich nicht um eine freiwillige Organspende handelt. Die Ethikprofessorin Eve-Marie Engels von der Universität Tübingen prägte den passenderen Begriff »xenogene Nutztiere« (2).
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