Auch für Bundesministerin Renate Künast ist das systematische Töten der männlichen Küken ein bedrückendes Problem. So fand im Auftrag des Bundesverbraucherschutzministeriums am 13. Mai 2002 ein Workshop zu diesem Thema statt. Das Institut für Tierzucht und Tierverhalten der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Neustadt am Rübenberge bei Hannover hatte Wissenschaftler aus Japan, Großbritannien und den USA eingeladen, um den gegenwärtigen Kenntnisstand in der Grundlagenforschung zur Geschlechtssteuerung und -bestimmung von befruchteten Eiern zu erörtern. Im Ergebnis kam heraus, dass eine Beeinflussung des Geschlechts in absehbarer Zeit nicht zu realisieren ist. Die Möglichkeit der Geschlechtsbestimmung bei Bruteiern ist erst nach dem 15. Bebrütungstag möglich. Das Verfahren findet in den USA nur in begrenztem Maße Anwendung, da dieses sehr hohe Kosten verursacht. Aus tierschützerischer Sicht muss zudem auch die Problematik erkannt werden, dass nach dem elften bis zwölften Bebrütungstag die Nervenzellen im Ei entwickelt sind und somit eine Empfindungs- und Schmerzfähigkeit vorhanden ist.
So bleibt vorerst weiterhin aus wirtschaftlichen Gründen die Tötung dieser Küken durch Vergasen mit Kohlendioxid gängige Praxis.